Die Hausaufgabe lautete: „Schreiben Sie ein Gedicht, in dem ein aufgewühltes, zerrissenes Ich spricht. Am Ende soll dieses Ich sich fassen und zur Ruhe kommen. Unsicherheit, Beteuerung, Beschwichtigung, Bekräftigung… sind möglich.“
Nicht hier
Nicht da
Boden verloren
Himmel zerstört
Gestern Tränen
Morgen Leere
weg – weg – weg
wohin
zum Bach, der sich um Steine windet
der spielend leicht über Hindernisse perlt
der mal inne hält und dann wieder springt
der mitnimmt, was mitkommen will
der stehen lässt, was bleiben will
Er lässt sich nicht aufhalten.
Er lässt sich nicht behindern.
Er weiss, wo er ist
nicht hier, nicht da
Ich weiss, wo ich bin
hier und auch da
Er weiss, wer er ist
Wasser
Ich weiss, wer ich bin
Mensch
Fliessend, stetig
hier und jetzt
wer weiss denn schon
wohin es geht
wann der Himmel ruft
fliesse, perle, ruhe, springe
geniesse, danke, staune, klinge.
Entdecke mehr von Geschichten
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
Fühle mich sehr angesprochen. Passt (auch) für meine Situation so wunderbar 😊 En herzliche Gruess Daniela
LikeLike
Diese Aufgabe zu einem nicht einfachen Thema ist dir sehr gelungen, gefällt mir sehr.
LikeLike