Gedicht Wohin

Die Hausaufgabe lautete: „Schreiben Sie ein Gedicht, in dem ein aufgewühltes, zerrissenes Ich spricht. Am Ende soll dieses Ich sich fassen und zur Ruhe kommen. Unsicherheit, Beteuerung, Beschwichtigung, Bekräftigung… sind möglich.“

Nicht hier
Nicht da
Boden verloren
Himmel zerstört
Gestern Tränen
Morgen Leere

weg – weg – weg

wohin

zum Bach, der sich um Steine windet

der spielend leicht über Hindernisse perlt
der mal inne hält und dann wieder springt
der mitnimmt, was mitkommen will
der stehen lässt, was bleiben will

Er lässt sich nicht aufhalten.
Er lässt sich nicht behindern.

Er weiss, wo er ist
nicht hier, nicht da
Ich weiss, wo ich bin
hier und auch da

Er weiss, wer er ist
Wasser
Ich weiss, wer ich bin
Mensch

Fliessend, stetig
hier und jetzt

wer weiss denn schon
wohin es geht
wann der Himmel ruft

fliesse, perle, ruhe, springe
geniesse, danke, staune, klinge.


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2 Kommentare zu „Gedicht Wohin

  1. Fühle mich sehr angesprochen. Passt (auch) für meine Situation so wunderbar 😊 En herzliche Gruess Daniela

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