Rüebli

„Karotten sind nicht besonders stark und konkurrenzfähig und sollten in der Jugendentwicklung daher unbedingt von Unkraut befreit werden.“ Dieser Satz macht mich ziemlich betroffen. Das Rüebli, das sich so kräftig anfühlt; das sich kaum von Hand brechen lässt; das eine Spannung hat, die die Energie aus den Nährstoffen, die sich im Wasser und der Erde„Rüebli“ weiterlesen

Die Schweizerische Post

Die Post hat mir geschrieben. Mir persönlich. „Sehr geehrte Frau Heggli“. Der Brief vom 20. April 2022 lag in meinem Briefkasten. Und ich muss nichts bezahlen. Wie oft bekommt man heute noch Briefpost, in der dann nicht ein Blatt mit dem Titel „Rechnung“ und einem QR-Code steckt? Die Post schreibt mir, wenn ich neue Produkte„Die Schweizerische Post“ weiterlesen

Die Schöpfung

Quelle/Auslöser: Florian Meimberg‏@tiny_tales 11. Okt. 2009: „War das wirklich ich?“ fragte Gott, und der Kater hämmerte in seinem Kopf. „Allerdings“ grinste der Teufel. „Es dauerte 6 Tage.“ Meine Geschichte dazu: Drei volle Tage dauerte das Hämmern im Kopf von Gott. Ursache war nur die ersten Stunden das Zuviel an Alkohol. Danach bereitete ihm das Fiasko,„Die Schöpfung“ weiterlesen

Hund

«Hast du einen Hund?» «Nein.» «Willst du einen Hund, wenn du mehr Zeit hast? – Nach deiner Pensionierung?» «Nein.» «Warum nicht?» «Muss ich das begründen? – Ich habe keine Schafe.» «Ich habe dich freundlich etwas gefragt. Warum reagierst du so abweisend?» «Ich weise dich nicht ab, sondern ich informiere dich, dass ich keine Schafe habe.»„Hund“ weiterlesen

Rollend

Wie meistens wurde sie eher von den Füssen gerollt als ausgezogen. Die Anleitung besagte eigentlich: Rechten Fuss auf linkes Knie legen, Finger der linken Hand unter der Socke der Achillessehne entlang gleiten lassen und die Socke über die Ferse ziehen, Hand aus der Socke nehmen und Socke an der Spitze mit möglichst allen Fingern ziehen,„Rollend“ weiterlesen

Höhle

Hausaufgabe meiner Weiterbildung: „Schreiben Sie einen kurzen Text, in dem sich eine Figur in einer stockdunklen Höhle verirrt hat und nach dem Ausgang sucht. Die Figur kann absolut nichts sehen und Ihre Aufgabe besteht nun darin, die Höhle und den Weg hinaus unter Verwendung der anderen Sinne darzustellen…“ Julia schliesst die Augen. „Ich bin verloren“,„Höhle“ weiterlesen

Herr F.

Herr F. schwebt. Ich höre ihn nicht, nicht einmal Atemgeräusche von ihm. Kein Knurren aus seinen Eingeweiden. Nichts. Wenn ich ein Stethoskop an dich halten könnte, würde ich deine Herztöne hören? Er ist da, unhörbar, für mich. Er schwimmt nah an einen Stein. Dreimal. Schaust du? Berührst du? Riechst du? Ein Kontakt kann Geräusche verursachen,„Herr F.“ weiterlesen

Gabriel

Florian Meimberg@tiny_tales 28.01.2011: „Behutsam setzte Dr. Perez das Skalpell an. Mit einem feinen Schnitt durchtrennte er das Gewebe. Grelles Tageslicht flutete herein.“ Meine Geschichte dazu: Gabriel war am 2. Januar um 4.34 Uhr gezeugt worden. Wie konnte man nur. Nach einem solchem Fest. Gabriel hatte die Silvester-Party beobachtet, natürlich vor allem die beiden, die er„Gabriel“ weiterlesen

Gedicht Wohin

Die Hausaufgabe lautete: „Schreiben Sie ein Gedicht, in dem ein aufgewühltes, zerrissenes Ich spricht. Am Ende soll dieses Ich sich fassen und zur Ruhe kommen. Unsicherheit, Beteuerung, Beschwichtigung, Bekräftigung… sind möglich.“ Nicht hierNicht daBoden verlorenHimmel zerstörtGestern TränenMorgen Leere weg – weg – weg wohin zum Bach, der sich um Steine windet der spielend leicht über„Gedicht Wohin“ weiterlesen