Mindestens haltbar bis 15. Dezember 2021, las ich. Das stimmte bei meiner Tafel nicht. Ich konnte die 100 g Nussschokolade nicht so lange halten. Als meine Hände die zarte Verführung mit den harten Nüssen fühlten, ich meinen Blick auf ihr ruhen liess, das verheissungsvolle Knistern der Zellophan-Verpackung meine Ohren erreicht hatte, ich spürte, wie sich meine Geschmacksknospen erwartungsfroh entfalteten und sich meine Nase auf den Geruch erlesener Schokolade einstellte – gab es kein Halten mehr.
Ich legte die Schokolade auf einen gepflegten Holztisch, schaute sie liebevoll an und mit viel Fingerspitzengefühl öffnete ich die glasklare Folie. Hatte ich meinen Atem angehalten? Er setzte wieder ein und ich wurde mit einem betörenden Duft verwöhnt.
Wie viel der Schokolade sollte ich mir in diesem Moment gönnen? Ich drehte die Tafel sachte auf die andere Seite um zu zählen, wie viele Täfelchen sie umfasst. Eine einzige grosse Tafel!
Die Schokoladentafel war flach wie ein See an einem lauen, windstillen Sommerabend. Sanft strich ich darüber und nahm feinste Unebenheiten wahr. Das Milchschokoladebraun hat unzählige kleinste hellere Stellen. Die Schokolade präsentierte sich wie ein wolkenloser Sternenhimmel. Vorsichtig drehte ich die Tafel um. Hier streckten sich die ganzen Haselnüsse zu mehr als der Hälfte ihrer runden Form aus der Schokolade. Dabei waren sie mit einem feinsten Hauch von Schokolade überzogen.
Soll ich? Jetzt?
Atem anhalten. Ausatmen. Bewusst wieder den Schokoladenduft einatmen – und dann hatten meine Finger eine Ecke der Schokolade abgebrochen. Schon lag das Stücken auf meiner Zunge. Die Schokolade ergab sich, schmolz dahin, erreichte jeden Winkel meines Mundes und überliess die Haselnüsse meinen Backenzähnen.
Die Zähne hatten sich bereits in Position gebracht und bissen kraftvoll zu. Was für ein Bisserlebnis! Waren die Nüsse geröstet worden? Ich studierte die Zutatenliste: caramelisierte Haselnüsse! Die Backenzähne mahlten bedächtig weiter und waren kaum bereit, die fein geraspelten Nüsse freizugeben. Jeder einzelne Raspel ein Geschmackserlebnis vom Feinsten, wie die Geschmacksknospen freudig feststellten.
Aufhören? Jetzt?
Schon war ein weiteres, unförmiges Stück Haselnussschokolade abgebrochen. Ich studierte die Form, die schrägen Bruchkanten, die in alle Richtungen verliefen. Dann legte ich das Stück behutsam auf meine Zunge.
Gerne hätte ich gezählt, wie viele ganze Haselnüsse die Tafel enthielt. Als mir das in den Sinn kam, war das Essvergnügen jedoch schon zu weit fortgeschritten.
Schokolade Glarner Feingebäck Engi
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Super wür am liebschte grad au i Schoggi inebisse aber äbe hat jo Haselnüss dine 😏
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Cha me en Schoggignuss liebevoller beschriebe? I glaube nöd……..
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Da passiert mir mit de Marzipanschoggi..
I mache gern e Wett ab för e Marzipanschoggi, weni chönnt gwünne. Denn chani kum stoppe mit ässe – en Riesegnuss. 😊😋
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