Ich lasse meine Gedanken wandern… und stelle mir vor, ich läge wie auf einer grünen Wiese. Ich habe eine weiche Decke ausgelegt und an ein bequemes Kissen hatte ich auch gedacht. Ich schaue nach oben, in das Gehirn über mir. Ich staune. Was da alles läuft. Andauernd schiessen Signale via Rückenmark an mir vorbei. Auch„Das Gehirn über mir“ weiterlesen
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Wer bist du
Ich stehe neben deinem Bett. Du liegst. Ich sehe dich, schaue dich an. Ich weiss, wie du heisst. Ich weiss, dass wir uns kennen; seit ewig. Ich erkenne dich nicht mehr. Ich suche in deinem Gesicht nach den Spuren der Person, die ich vor rund 35 Jahren zum letzten Mal gesehen habe. Mein Blick gleitet„Wer bist du“ weiterlesen
Spiegel II
Ich sehe dich und erkenne dich nicht. Der Text entstand zur Ausstellung „Bild und Text zum Vergessen“, 10.2024 – 01.2025, Romanshorn TG.
Spiegel I
Ich sei das? Dieser Mensch, der mir da gegenübersteht. Was du den lieben langen Tag alles behauptest. Ich kenne diese Person nicht und habe jetzt keine Lust, mich mit ihr zu unterhalten. Lass mich mit deinen Wahrheiten in Ruhe. Merkst du nicht, wie du mir auf den Geist gehst? Du gibst den Dingen komische Namen„Spiegel I“ weiterlesen
Verloren
Ich weiss genau, was ich tun will. Ich weiss genau, was ich tun muss,um zu erreichen, was ich tun will. Meine Finger tun das, was sie tun müssen –meine ich zu beobachten. Doch mein Telefon bleibt stumm. Es baut keine Verbindung auf, zu niemandem –weil Verbindungen in meinem Gehirn abgebrochen sind. Die Leitung ist tot.„Verloren“ weiterlesen
Freiheit
Bin ich frei, weil ich verstehe? Bin ich frei, solange ich verstehe? Kann ich frei sein, solange ich verstehe? Kann ich frei sein, solange mir alle Normen,denen ich entsprechen sollte oder muss, bewusst sind? Wer ist freier, du oder ich? Bild: Yvonne Canal, BischofszellDer Text entstand zur Ausstellung „Bild und Text zum Vergessen“, 10.2024 –„Freiheit“ weiterlesen
Lichtermeer
Das Meer der Lichter erlischt, Licht für Licht. Immer wieder flackert ein totgeglaubtes nochmals auf. Welche für immer erloschen sind,wissen wir nicht,aber die Menge derer,die nicht mehr zuverlässig leuchten,wird immer grösser. Wir suchen nach den Momenten der Freude, des Glücks. Die gemeinsamen werden immer weniger. Bild: Yvonne Canal, BischofszellDer Text entstand zur Ausstellung „Bild und„Lichtermeer“ weiterlesen
Ordnung
Eine Demenzerkrankung führt zu einer Neuordnung. Oft langsam und immer stetig. Das Chaos im Innern führt zu einer neuen Ordnung im Aussen. Sie richtet sich nach den Kompetenzen und Wünschen der erkrankten Person. Ihre Wahrnehmung ist richtig. Immer. Die neue Ordnung im Aussen führt zu Chaos weiter aussen, bis sich auch dieses Umfeld neu geordnet„Ordnung“ weiterlesen
Bild und Text zum Vergessen
Ich sehe es und weiss nicht, was es bedeutet. Buchstaben, die ein Wort bilden. – Was ist ein Wort? Ist es, wie ein Wort in einer Fremdsprache anschauen, dessen Bedeutung ich nicht kenne? Es steht da, ohne Inhalt. Es ist schlimmer, als damals, bei der Wörtli-Prüfung. Damals stand das Wort auch allein auf einem Blatt,„Bild und Text zum Vergessen“ weiterlesen
Schweben
Der Bauchnabel schraubt sich bedächtig nach oben.Hält inne.Lässt sich fallen. Er wiederholt das.Immer wieder.(Fast) endlos. Die Anspannung lässt nach.In den Zehenspitzen.In den ganzen Füssen.Die Fersen liegen in den Kuhlen, die sie selbst geschaffen haben.Die Unterschenkel breiten sich, wie die Oberschenkel, aus.Das Gesäss liegt.Rücken, Schultern, Nacken und Kopf sinken wohlig ein.Die Ober- und Unterarme und die„Schweben“ weiterlesen