Ich habe gebucht. Ferien. In der Schweiz unterscheiden wir Ferien von Urlaub. Während den Ferien erhalten Arbeitnehmende weiterhin Lohn. Urlaub sind unbezahlte Abwesenheitstage. Ferien sollten auch noch eine Differenzierung erhalten, je nachdem, ob man sie – wie ich meistens – zu Hause verbringt oder ob man wegfährt, weggeht oder wegfliegt, wie ich das sehr ungern mache. Aber ich habe gebucht. Um aus dem unweigerlich näher rückenden Ereignis das Maximum herausholen zu können, braucht es eine entsprechende Vorbereitung. Man lese sich ein, höre sich ein, rieche sich ein, schmecke sich ein und taste sich vorsichtig vor.
Folgendes liegt – nach aufwändigen Recherchen – bereit:
- Tod auf dem Nil, Buch von Agatha-Christie, sowie drei Filmversionen
- Titanic, die dreissig Bücher, die es über das tragische Unglück auf Deutsch gibt und die fünf auf Englisch. Die zwei technischen Berichte, die über das Unfassbare verfasst wurden, lasse ich weg. Sofern es die Zeit erlaubt, werde ich mich jedoch mit den Untersuchungsberichten auseinandersetzen. Die vierzehn musikalischen Werke werde ich mir aus Ressourcengründen wohl während dem Lesen der Bücher anhören müssen. Wikipedia machte mich zudem auf fünfzehn Verfilmungen aufmerksam. Die Titanic-Museen kann ich beim besten Willen nicht auch noch besuchen, dafür müsste ich zusätzlich Ferien nehmen.
- Der Schatz im Silbersee von Karl May, nur den Film
- Das Krokodil und sein Nilpferd, Film mit Bud Spencer und Terence Hill in den Hauptrollen
- Seemann, deine Heimat ist das Meer, in der Originalversion gesungen von Lolita. Auf die fünfundsiebzig Coverversionen verzichte ich, weil Ferien während des Erwerbslebens in eine Arbeitstätigkeit eingebettet sind, der ich weiterhin zuverlässig nachgehen will, obwohl sie mich verpflichtet, pro Jahr fünfundzwanzig Arbeitstage als Ferien zu beziehen.
- Junge, komm bald wieder, Schlager von Lotar Olias, gesungen von Freddy Quinn
- Moon River, Lied von Andy Williams
- Traumschiff, nur die frühen Folgen ab 1981, und nur die Filme, keine Bücher
- Wickie und die starken Männer
- Fünf Freunde und das Geheimnis am Fluss, Buch von Enid Blyton
- Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt, Buch von Paulo Coelho
- Acqua Alta, nur das Buch von Donna Leon sowie das Gesetz der Lagune, die verschwiegenen Kanäle, stille Wasser und geheime Quellen. Die Filme lasse ich weg.
- Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway
- MS Franziska, die Fernsehserie von 1977
- Der Gesang der Flusskrebse, Buch von Delia Owens. Den Film habe ich vor ein paar Monaten gesehen und habe ihn noch präsent. Mit ihm kann ich also gleich einen Stapel „erledigt“ beginnen. Das entlastet.
- Mörderische Fluss-Kreuzfahrten, Buch von Claudia Schmid
- Fluss ohne Wiederkehr, Buch von Wayne D. Overholser
- Der Tote im Fluss, Buch von Kristin Sander
- Eine Leiche im Fluss, Buch von Rupert Merkle
Bei orellfüssli gab es zu „Fluss“ über tausend Treffer. Das schaffe ich nie rechtzeitig vor Ferienbeginn. Ich suche nun noch nach „Ernährung Fluss“. Unter anderem wird mir „Heilen und Entgiften mit Rizinusöl“ angezeigt. Das lasse ich wahrscheinlich besser weg. Um die Verpflegung während meiner Ferien kümmere ich mich später.
Wie machen das andere Menschen? Solche, die jährlich in die Ferien verreisen? Vielleicht sogar mehr als einmal pro Jahr? Mein Blick schweift über meine Vorbereitungsliste und ich nehme bei mir wahr, wie sich eine leicht depressive Stimmung entwickelt.
Verschiedene Aufnahmen des Walzers „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss auf youtube bringen mich wieder in Schwung. Ich entdecke dann auch noch ein Video des Balletts der Wiener Staatsoper, das den Donauwalzer tanzt. Ich bin hin und weg…
Eine Fortsetzung meines Ferienberichts an dieser Stelle ist geplant.
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Ich wünsche wunderschöne Ferien 🙂
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